Kampagne: Prostata ist kein Kinderspiel

Teilnehmer
Thomas Hormuth, Marc Werk

Problemdefinition

Mit steigendem Alter steigt auch die Gefahr, an einem Prostataleiden zu erkranken. Allein in Deutschland erkranken jährlich 45000 Männer an Prostatakrebs. In Zahlen sind das 22 v.H. Der Krebsneuerkrankungen. Am Prostatakarzinom (PCA) sterben jährlich etwa 10 v.H. Aller Krebskranken.

Wird der Krebs allerdings früh genug erkannt, so besteht eine gute Chance auf Heilung. Dazu muß das Karzinom allerdings erkannt werden, bevor es es Metastasiert und umliegendes Gewebe angreift.

Da PCA eine Erkrankung ist, die hauptsächlich im zunehmenden Alter entsteht, wird eine Früherkennungsuntersuchung angeboten, bei der die Prostata untersucht wird.

Die Bereitschaft vieler Männer sich derart intimer Untersuchung zu stellen ist durchaus gering. Ein Teil der Herren ist sich der Existenz, geschweige denn der Funktion der Vorsteherdrüse nicht bewußt, und ein anderer Teil weigert sich einen Arzt zu konsultieren.

Ziel definieren

Das Ziel dieser Kampagne ist es, ein Bewußtsein über PCA zu entwickeln. Steigt die Bereitschaft in der männlichen Bevölkerung, an der Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen, sinkt die Zahl derer, die an Prostatakrebs sterben. So setzen wir bei jungen Männern an, die sich eigentlich noch keine Gedanken darüber machen müßten. Wenn es für jüngere Männer kein Tabu ist, über solch Erkrankungen zu reden, wird es für sie kein Thema sein, ab 40 zum Urologen zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Strategie

Zu unserer Kampagne gehört eine Teaserkampagne, die auf unsere Plakate aufmerksam macht. Nachdem die Hinweise auf die Plakatreihe bereits einige Zeit hängen, werden die Plakate in den weiter unten definierten Medien veröffentlicht.

Tonalität

Wir wollen freundlich, auf das Problem hinweisen. So verzichten wir auf Horrorszenarien oder Schilderung der fatalen Konsequenzen. Stattdessen locken wir mit Kinderreimen, das Plakat zu lesen. Im Kontrast zu dem Reim steht der Claim, der zunächst ermahnend, dann ratgebend zur Seite steht.

Text-Bild-Verhältnis

Die Teaserstrecke zeigt unsere Plakate in der Anwendung. Zudem befindet sich im Bild eine Person, die sich gerade das Plakat ansieht. Da das mit wenig Worten funktioniert, ist hier der einzige Text der unseres Plakates.

Die Plakate der Hauptkampagne bestehen aus reinem Text und verzichten aus Bilder.

Visualisierungskonzept Teaser:

Eindeutig soll man erkennen, wo die Originalplakate hängen werden. Die abgebildete Person sieht sich interessiert aus einer zufälligen Situation das Typoplakat an. So soll die Aufmerksamkeit des Betrachters eingefangen werden, der zunächst nur jemanden sieht, der sich etwas ansieht. So wird der Betrachter auf die Plakate neugierig gemacht.

Durch ständiges Austauschen der Motive wird der Betrachter dazu angeregt, an den gezeigten Orten nach unseren Plakaten ausschau zu halten.

Die Fotografien sind von einer Spontanästhetik geprägt. Die Inszenierung der Bilder wird so verschleiert, so dass der Betrachter die Authentizität der Situationen nicht in Frage stellt.

Medienkonzept Teaser:

Die Teaser erscheinen in Citylight-Rahmen. Eine Hängung könnte an Straßen, in U-Bahnhöfen, an öffentlichen Platzen, vor allem in der Nähe von Kinos, Gaststätten und Fußballstadien.

Visualisierungskonzept Typoplakate:

Prostata Kampagne - Citylight
Prostata Kampagne - Citylight

Nachdem mit Abbildungen dieser Plakatreihe gelockt wurde, werden sie nach einiger Zeit endlich gehangen. Die Größe und das Format variiert von Medium zu Medium. So kann ein Fahrradständer ebenso mit unserem Plakat bestückt werden, wie auch eine Zeitschriftenseite.

Der Copytext wird in einer Schreibschrift gesetzt, der an die Unbekümmertheit erinnert, die der Kinderreim vorsingt. Den Hinweis, ab einem gewissen Alter den Urologen zu konsultieren wird in einer serifenlosen Schrift gesetzt.

Die Hintergrundfarben wechseln, sind allerdings durch die Farbintensität als zusammengehörig erkennbar.

Die immer gleich bleibende Aufteilung von Kinderreim und Claim tragen zur Wiedererkennbarkeit dieser Plakatserie bei.

Medienkonzept: Typoplakate

Diese Plakate werden in Kinos und Gaststätten in den Sit&Watch Rahmen gehängt. Außerdem an Fahrradständern, in Spinden mit Mietwerbefläche, und in Bussen und U-Bahnen. Die Plakate erscheinen nun nicht mehr als Citylight. Scheinbar zufällig wird der Betrachter immer wieder an die Prostatavorsorgeuntersuchung erinnert.